8. August 2018

BTW-Tourismusindex: ein „Deutschland-Trend“, der Freude macht

© Eifel Tourismus GmbH, Dominik Ketz

Reiseziel Deutschland profitiert 2018 von anhaltender Reisefreude

Berlin, 6. August 2018 – Allen globalen und nationalen Polit-Querelen des ersten Halbjahrs zum Trotz lassen sich die Deutschen ihre gute Reiselaune nicht verderben. Das zeigt der aktuelle Tourismusindex des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft zur Jahresmitte. „Ob der Wunsch nach mehr Auszeit von den eher tristen Alltagsnachrichten dieser Welt dahintersteckt, ein Gehaltsplus auf dem Konto oder ob den Menschen in Nullzinszeiten endgültig die Freude am Sparen vergangen ist, das wird von Fall zu Fall unterschiedlich sein. Fakt ist: Die Deutschen wollen noch mehr Geld für private Reisen und Ausflüge ausgeben als in den vergangenen Jahren“, kommentierte BTW-Präsident Dr. Michael Frenzel das Ergebnis. „Unter dem Strich werden sie sich dieses Jahr voraussichtlich noch einmal rund 30 Millionen mehr Tage Erholung, Erlebnisse, Genuss und Abenteuer im In- und Ausland gönnen.“

Endlich mal wieder ein „Deutschland-Trend“, der Freude macht

Wie die Menschen ihre zusätzliche Reisezeit genau verbringen, ist noch nicht endgültig klar. Ein Gewinner des Jahres dürfte aber auf jeden Fall das eigene Land sein. Laut Tourismusindex legten die Tagesreisen bis April um 5 Prozent zu, die zum größten Teil innerhalb Deutschlands stattfinden. Zudem übernachteten die Deutschen bis einschließlich Mai 6 Prozent häufiger in den Hotels, Pensionen und auf Campingplätzen in Deutschland, wie die Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen. „Vieles spricht dafür, dass dieser ‚Deutschlandtrend‘ der ersten Monate uns auch durch das weitere Jahr begleitet. Neben den attraktiven Angeboten spielt 2018 ganz sicher auch  das anhaltend schöne Wetter dem Reise- und Ausflugsziel Deutschland in die Karten“, so Frenzel.

Deutsche verbringen mehr Reisetage im eigenen Land als auf internationalen Reisen Anders als vielfach vermutet verbringen die Deutschen die Mehrzahl ihrer jährlich rund 1,68 Milliarden Reisetage tatsächlich im eigenen Land. Das zeigt die enorme Bedeutung der Branche für die heimische Wirtschaft und die Wertschöpfung in Deutschland. Gerade auch die -beim Sprechen über Tourismus häufig vergessenen – Tagesreisen bilden einen fundamentalen Stützpfeiler für die deutsche Tourismuswirtschaft und viele ihrer Teilbereiche wie Gastronomie, Freizeitparks und Veranstaltungscentren, Bahn- und Straßenverkehr aber auch für den Einzelhandel in Deutschland. Die Tagesreisen machen insgesamt ein Drittel aller privaten Reisetage aus und werden zum überwiegenden Teil innerhalb Deutschlands unternommen. Und selbst bei den Reisen mit Übernachtung(en) verbringen die Reisenden immerhin fast genauso viele Tage auf innerdeutschen (49 %) wie auf Auslandsreisen (51 %).
Berücksichtigt werden für den Tourismusindex nur Reisen und Ausflüge, deren Ziel mindestens 50 Kilometer vom Wohnort entfernt liegt.

Der Tourismusindex im Detail:

Bis Ende April 2018 waren die Deutschen erstmals mehr als 400 Millionen Reisetage in den ersten vier Monaten eines Jahres unterwegs. 404 Millionen Reisetage bedeuteten ein Plus von 2,6 Prozent. Der Tourismusindex zeigt zudem eine deutlich positive Reiseprognose für das Gesamtjahr 2018 – die Verbraucherstimmung wie auch die Lust auf Reisen zeigen sich sehr stabil gegenüber möglichen wirtschaftlichen Risiken, wie einem Handelskonflikt mit den USA oder dem näher rückenden Brexit. Der Index stieg zur Jahresmitte auf 1,9 Punkte – für das Gesamtjahr 2018 ist so mit einem Plus von rund 2 Prozent Reisetagen zu rechnen.

Konzerte, Events und Familienbesuche verleihen Tagesreisen Schwung

Neben Besuchen von Freunden und Familie haben Ausflüge zu Veranstaltungen und Events (+19%) sowie Fahrten zum Ausgehen/Vergnügen (+39%) zum Aufschwung der privaten Tagesreisen im ersten Drittel des Jahres beigetragen. Davon profitieren vor allem die Städte: Berlin (+28%) und Hamburg (+37%) konnten sich über deutlich mehr Tagesgäste freuen.

Ausflüge zu Veranstaltungen und zum Ausgehen werden dabei zunehmend von über 35-Jährigen und Gästen aus 1- bis 2-Personen-Haushalten unternommen, die Besuchsreisen, hingegen immer häufiger von Familien.

Quelle:
Pressemeldung Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) e.V.


Über die Studie: Der Tourismusindex bildet als einziger Index die ganze Bandbreite an touristischen Aktivitäten ab, für die auch der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft als Dachverband der Branche steht: Dazu zählen einerseits Ausflüge – egal ob der Zoobesuch in der nächsten Großstadt mit Bahnanreise, die Radtour mit Einkehr im Landgasthof oder der Tagestrip mit dem Auto zum Rockkonzert oder Bundesligaspiel. Andererseits geht es um die Reisetage im Rahmen von Mehrtagesreisen – egal ob Wochenendstädtereise, mehrtägiger Verwandtenbesuch in Deutschland, Strandurlaub am Mittelmeer, Kreuzfahrt oder Rundreise in Asien. Betrachtet werden Tagesreisen wie auch Reisen mit Übernachtung(en), deren Ziel mindestens 50 Kilometer vom Wohnort des Reisenden entfernt liegt.

Der BTW-Tourismusindex misst auf Basis des GfK-Konsumklimaindex und des GfK MobilitätsMonitors die Bereitschaft der Deutschen, das verfügbare Einkommen in diese Reisetage zu investieren – unabhängig von geplantem Beförderungsmittel, Reiseziel und Reisedauer – und umfasst sowohl privat als auch kommerziell organisierte Reisen. Ergänzend zu diesem Stimmungsindikator werden rückblickend die tatsächlich getätigten Reisetage ermittelt.

Die Ergebnisse der Stimmungsbefragung stammen aus denselben monatlich durchgeführten persönlichen Interviews bei etwa 2.000 Personen (repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland), die auch die Grundlage des GfK-Konsumklimaindex darstellen. Zusätzlich wird eine ergänzende Prognose für die nächsten Monate erstellt.

Der MobilitätsMonitor umfasst eine regelmäßige, monatliche Erfassung des Reiseverhaltens der Deutschen bei 45.000 Personen in einer kontrollierten, feststehenden Consumer Panel Stichprobe. GfK erstellt den Tourismusindex im Auftrag des BTW mit freundlicher Unterstützung des ADAC exklusiv für den BTW. Die nächste Veröffentlichung findet im Dezember 2018 statt. 

 

Über den BTW: Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft vertritt als Dachverband der deutschen Tourismuswirtschaft die gemeinsamen und übergreifenden Interessen dieser vielfältigen und starken Branche. Die Tourismuswirtschaft steht für rund 4 Prozent der Bruttowertschöpfung in Deutschland und beschäftigt 2,9 Millionen Menschen. Tourismus sorgt beispielsweise für rund 1,7 Millionen Arbeitsplätze in Hotellerie und Gastronomie, rund 350.000 im Sport-, Freizeit- und Kultursektor, mehr als 130.000 im Straßen- und Nahverkehrsbereich sowie rund 100.000 in Reisebüros und bei Reiseveranstaltern (Quelle: BMWi-Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus“).

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