3. Dezember 2018

Nachfolgetag setzt Impulse für das Gastgewerbe

© Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Experten gaben Tipps rund um die Betriebsimmobilie – Denkmalschutz und Brandschutz sind keine unüberwindbaren Hürden beim Generationenwechsel – Sabine Spohrer vom LEADER geförderten Projektbüro „Nachfolge“ zieht eine erste und erfolgreiche Bilanz – Talk am Nachmittag mit Patrick Rothkopf, DEHOGA Nordrhein

Nettersheim – Schon der erste Eifeler Nachfolgetag für das Gastgewerbe war ein voller Erfolg. Doch das zuständige Projektbüro „Nachfolge“, allen voran Sabine Spohrer, möchte weitere Impulse für das Gastgewerbe setzen, beim Generationenwechsel beraten und ebenso Lösungswege für Hürden aufzeigen.

Die zweite Veranstaltung stieß auf ebenso große Resonanz wie die Premiere. Rund 90 Teilnehmer kamen zur Veranstaltung ins Holzkompetenzzentrum Rheinland nach Nettersheim.

War im Februar 2018 vor allem der Ablauf einer Betriebsübergabe das Thema, stand diesmal die Immobilie selbst im Mittelpunkt. Experten aus der Praxis gaben Tipps und führten die Zuhörer durch den Dschungel von Brandschutzbestimmungen und in die Geheimnisse der Wohlfühlzimmer ein.

Die zweite Veranstaltung stieß auf ebenso große Resonanz wie die Premiere. Rund 90 Teilnehmer kamen zur Veranstaltung ins Holzkompetenzzentrum Rheinland nach Nettersheim.

„Denkmalschutz muss kein Hindernis sein“

„Denkmalschutz muss kein Hindernis sein“, machte Corinna Relles von der Unteren Denkmalbehörde in Euskirchen deutlich. Sie zeigte gelungene Beispiele aus der Praxis auf, wie etwa die Burg Flamersheim, wo neue Nutzung und Erhalt des historischen Gebäudes Hand in Hand gegangen sind, wo alte Details den Typ und das einstige Flair des Hauses unterstreichen.

„Die Einmaligkeit des Gebäudes sollte Ihre Visitenkarte sein“, rät sie den Zuhörern. Statt 08-15-Lösungen sei bei den Gästen von heute Ambiente gefragt. Das ehemalige Verwalterhaus, die Scheune und der Kuhstall waren zu außergewöhnlichen Restauranträumen umgewandelt worden. Gleichsam sei die neue, wirtschaftliche Nutzung auch eine Chance. „Kein Denkmal kann 100 Jahre überstehen, wenn niemand guckt, pflegt, repariert und den Untergang verhindert“, so Relles.

Brandschutz als  Qualitätsmerkmal

Wissenswertes und gesetzliche Grenzen rund um den Brandschutz im Gastgewerbe vermittelte Kreisbrandmeister Udo Crespin: „Brandschutz ist kein Hindernis, sondern nur eine Frage, zu welchem Zeitpunkt er diskutiert wird. Kommen Sie frühzeitig zu uns.“ Ein Konzept für die gesamte Immobilie sollte vorhanden sein und weit über einzelne Feuermelder hinausgehen. In Amerika sei der Brandschutz sogar ein Qualitätsmerkmal für Hotels.

Der Tourismus in der Nordeifel sei im Kommen, machte Iris Poth deutlich, Stabsstellenleiterin der Struktur- und Wirtschaftsförderung des Kreises Euskirchen, die auch als Moderatorin durch den Tag führte. „Sie, die bestehenden Betriebe und angehenden Betriebe, sind ein wichtiges Rückgrat dieser Entwicklung sind“.

Der Tourismus im Kreis Euskirchen zähle zu den bedeutenden und aufstrebenden Wirtschaftsfaktoren, so Landrat Günter Rosenke. 1,3 Millionen Übernachtungen und 10 Millionen Tagesausflüge, das weise ein Gutachten aus des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr München (dwif) für 2017.

Bei der Veranstaltung im Nettersheimer Holzkompetenzzentrum Rheinland bot sich auch Raum für Gespräche – hier mit Gebäudeenergieberater Manfred Scheff von der Energieagentur Eifel, der jede Menge Einsparpotentiale im Gastgewerbe aufzeigte.

Eifel als Destination  in den „Top-Ten“

Im Vergleich zu 2011 ergebe sich damit eine Steigerung von 89 Prozent (Tagesausflüge) und um 31 Prozent (Übernachtungen). Mit einer Bewertung von 86,7 Prozent belege die Nordeifel zudem den 7. Platz in der Gästezufriedenheit im Ranking. „Damit ist die Eifel die einzige Destination aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz in den Top Ten. Wir sind also auf dem richtigen Weg“, so Landrat Rosenke zufrieden.

Wichtig sei, so Patrick Schmidder, Nordeifel Tourismus, dass sich Anbieter finden, die mit neuen Ideen an den Markt gehen. Eine gut aufgestellte Tourismusregion zeichne sich aus durch ein positives Tourismusklima, also eine attraktive, lebendige und lebenswerte Region.

Dass eine Neuausrichtung eines Betriebes nicht zwangsläufig zu einer „Eskalation der Euro-Beträge“ führen muss, machte Sylvia Hackhausen, Fachfrau für Innenraumkonzepte, deutlich. Sie riet: „Schaffen Sie Zimmer mit einer Seele.“ Schon mit passender Farbe, anderen Böden oder stimmigen Accessoires könne man enorme Veränderungen in der Raumwirkung erreichen – damit der Gast sich wohlfühle. Ihre Frage „Brauchen wir so etwas in der Eifel?“ beantwortete sie eindeutig: „Ja, natürlich, wir brauchen das dringend hier. Die Eifel hat Potential. Bringen Sie den Tourismus in der Eifel in die nächste Generation.“

Jede Menge Einsparpotentiale im Gastgewerbe zeigte Gebäudeenergieberater Manfred Scheff von der Energieagentur Eifel auf. Am Nachmittag gab es zudem eine Gesprächsrunde mit Patrick Rothkopf, Präsidiumsmitglied DEHOGA Nordrhein, und Gästen.

Die Referenten des Zweiten Eifeler Nachfolgetags im Holzkompetenzzentrum setzten Impulse für das Gastgewerbe und zeigten Lösungswege für Hürden auf.

Das Projekt „Nachfolge“  wird fortgeführt

Über die Teilerfolge des von der EU-geförderten LEADER-Projektes, das seit Mai 2017 am Start ist, freute sich Spohrer: „Wir haben inzwischen 25 Beratungen in abgebenden Betrieben durchgeführt. Sieben Matches sind erfolgt.“ Nicht immer passe der Deckel auf den ausgesuchten Topf. Man bleibe dran. Man biete über den Nachfolgetag hinausgehend individuelle Beratungen an – inklusive einer Stärken-Schwächen-Analysen oder  Exposé-Erstellung. Das Projekt „Nachfolge“ werde definitiv über den LEADER-Zeitraum hinaus fortgeführt (pp / Agentur ProfiPress).

 

Kontakt und weitere Informationen:
Kreis Euskirchen
Sabine Spohrer M.A.
Stabsstelle Struktur- u. Wirtschaftsförderung
Frauenberger Str. 152, 53879 Euskirchen
Email: Sabine.Spohrer@kreis-euskirchen.de – www.kreis-euskirchen.de – www.nachfolge-gastgewerbe-eifel.de

 


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