12. April 2018

Erfolgreiche Inhalte digital platzieren – 6 Erfolgsfaktoren für relevanten Content

Seit einigen Jahren geistert ein Schlagwort durch die digitale Marketingwelt: Content. „Content is King“, davon war schon Bill Gates 1996 überzeugt. Er wusste damit schon vor über 20 Jahren, dass digitales Marketing anders funktioniert als die klassische, analoge Werbewelt, nämlich vor allem über gute und relevante Inhalte (Content).

Die Notwendigkeit guten Contents ist getrieben von der Digitalisierung. In Anbetracht der immensen (digitalen) Informationsflut wird es immer wichtiger, mit klassischer Werbung durchzudringen. Nur wer die richtigen, also relevanten Inhalte an seine Gäste kommuniziert, kann hier noch bestehen. Nicht zuletzt auch, um von der großen Stärke der sozialen Medien zu profitieren, der schnellen Verbreitung von Inhalten von Nutzer zu Nutzer (Viralität). Und auch der Suchmaschinengigant Google hat mittlerweile sichergestellt, dass sich die Qualität der Inhalte bei den Suchergebnissen durchsetzen kann.

6 Erfolgsfaktoren für relevanten Content
Schon Bill Gates sagte damals voraus: Wenn der Content gut ist, möglichst sogar der beste auf dem Markt, dann wird sich auch das Produkt durchsetzen. Doch damit sind wir bei der zentralen Frage: Wann sind Inhalte gut und für die Gäste relevant?

Eigentlich ist die Antwort ganz einfach: Wenn Sie gemocht, kommentiert und geteilt werden. Gute Inhalte werden gerne und vor allem in ganzer Länge konsumiert (gelesen, angehört oder angesehen) und vor allem freiwillig an das eigene Netzwerk weiterempfohlen. Hier heißt die Devise: Produzieren Sie Inhalte, die es wert sind, verbreitet zu werden. Damit bauen Sie nicht zuletzt auch Vertrauen und Beziehungen auf, einer der wichtigsten Währungen in der Onlinewelt. Dabei sollte man sich an folgenden Erfolgsfaktoren orientieren:

  1. Authentizität:
    Natürlich ist es höchst subjektiv, was für wen relevant ist. Daher ist es zunächst wichtig, für sich selbst (als Marke) zu wissen, wofür man steht und über welche Themen man sich glaubwürdig und aufrichtig mit seiner Zielgruppe unterhalten will. Ein langfristiger Beziehungsaufbau zu den Nutzern kann nur gelingen, wenn die Kommunikation sehr persönlich und vor allem ehrlich erfolgt. Erzählen Sie über sich und die Menschen hinter Ihrem Produkt – mit Interviews, Hintergrund-Stories oder das „echte“ Leben in Ihrem Ort/Ihrer Region. Wichtig ist es dabei stets die eigene Kernkompe-tenz und die Werte der eigenen Marke im Blick zu haben und die Gesprächsthemen entsprechend zu wählen, um sich nicht „zu verbiegen“ oder sich in nichtssagenden Werbebotschaften zu verlieren.
  2. Einzigartigkeit:
    Um möglichst viel Aufmerksamkeit zu generieren, braucht es Inhalte, die sich von der Masse abheben. Dabei gilt: Weniger (und dafür gute Inhalte) sind mehr (als viele austauschbare). Auch Google und Co. erwarten einen qualitativ hochwertigen Content, der einmalig ist. Ganz simpel ausgedrückt bedeutet das: Wer kopiert verliert. Wer sich hingegen kreativ mit den Möglichkeiten der digitalen Welt auseinandersetzt und „Me-too-Aktionen“ vermeidet, wird belohnt. Denn nur wer sich durch Besonderheiten wirklich von der Konkurrenz abhebt, hat eine Chance, im Gedächtnis zu bleiben.
  3. Emotionalität:
    Zahlreiche Studien zeigen: emotionale Posts erzeugen in den sozialen Medien die meiste Aufmerksamkeit. Dabei stehen Inhalte, die positive Gefühle auslösen (z.B. Freude, Überraschung, Neugier) am höchsten in der Nutzergunst. Aber auch negative Emotionen wie Wut, Angst oder Trauer erzeugen mehr Interaktionen als neutraler Content. Es geht also nicht darum, möglichst viele sachliche Informationen unterzubringen, sondern Position zu beziehen und gefühlsbetonte Inhalte zu veröffentlichen. Die Faustregel lautet dabei: Bieten Sie Unterhaltung und machen Sie einen Besuch auf Ihren Kanälen zum Erlebnis – durch Inhalte, die beeindrucken, überraschen, humorvoll sind, Ihre Gäste inspirieren und Sehnsüchte wecken. Attraktive, aussagekräftige Geschichten, Bilder und Videos sind dabei ebenso wichtig ein ausgewogenes Text-Bild-Verhältnis („Ein Bild sagt mehr als tausend Worte!“).
  4. Interaktion:
    Digitale Medien, allen voran soziale Netzwerke, leben von der Interaktion. Die Kommunikation findet nicht mehr nur in eine Richtung (Unternehmen > Gast) statt. Vielmehr steht der Dialog im Vordergrund. Inhalte sind also dann relevant, wenn sie zu einer Aktion seitens des Gastes führen, sei es durch Kommentare, Meinungen, Klicks oder Shares. Kurzum: Sie sollten mit Ihrer Zielgruppe interagieren, anstatt nur mit ihnen zu reden. Wichtig ist dabei allerdings, dass Sie zeitnah auf Fragen und Aufforderungen reagieren – vor allem, aber nicht nur bei Beschwerden oder negativen Kommentaren. Dynamische Inhalte wie Videos oder interaktive Grafiken erregen in der Regel mehr Aufmerksamkeit als Text und statische Bilder. Neben dem Dialog mit den Gästen können Sie auch Partnerunternehmen einbeziehen: Teilen Sie Inhalte anderer Kanäle (beispielsweise Betriebe aus der Destination), die für Ihre Gäste relevant sind.
  5. Zielgruppenorientierung:
    Jeder Mensch ist anders – und so ist auch die Wahrnehmung, was relevant ist, höchst subjektiv. Die Inhalte sollten sich daher an den Bedürfnissen der definierten Zielgruppe(n) orientieren. Unterstützung bieten dabei die im Rahmen des Zielgruppenprozesses Rheinland-Pfalz entwickelten „Personas“, für die detaillierte Steckbriefe zu ihren Vorlieben, Interessen und Verhaltensweisen vorliegen. Diese Zielgruppen-Informationen helfen dabei, sich auf das für die eigene Zielgruppe wesentliche zu konzentrieren und damit echten Nutzen zu stiften. Welche Problem- und Fragestellungen beschäftigen Ihre Zielgruppe? Wonach sucht sie online? Was ist für sie wichtig und interessant? Wenn Sie diese Fragen für sich beantworten können, schaffen Sie es, individuell auf ihre Zielgruppe angepasste Geschichten erzählen und Inhalte mit Mehrwert zu produzieren. Nur so sind Sie in der Lage, in der schieren Masse an (digitalen) Informationen durch den „sozialen Filter“ Ihrer Zielgruppe zu gelangen.
  6. Aktualität:
    Relevanter Content ist immer auf der Höhe der Zeit. In einer immer schnelllebiger agierenden Medienwelt muss man zwar nicht auf jeden Hype aufspringen, sollte aber im Blick haben, was die eigene Community bewegt und worüber sie redet. Zusätzliche Reichweite wird erzielt über das Anknüpfen an aktuelle Geschehnisse und die Nutzung einschlägiger Hashtags. Zudem ist Aktualität bezüglich der eigenen Daten gefragt: eine regelmäßige Pflege aller bespielten Kanäle sowie das Vorhalten aktueller und vollständiger Daten sind ebenso wichtig wie die guten Geschichten rundherum. Dennoch sollte man regelmäßig am Ball bleiben: Wenn es das Ziel ist, eine langfristige Beziehung zum Kunden aufzubauen, muss man sie auch immer wieder in ein Gespräch verwickeln.

 

 

Lesen Sie im nächsten Artikel der Kategorie “Marktforschung.Trends” mehr zur Platzierung der Inhalte – dort, wo die Gäste ihn suchen.

Wissenschaftliche Beratung:

dwif-Consulting GmbH
Maike Berndt, Anja Schröder, Karsten Heinsohn

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