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16. März 2026

Digital und nachhaltig – zwei Schlüssel für die Zukunft des Tourismus in Rheinland-Pfalz

Mit dieser Artikelreihe beleuchten wir die die Inhalte des Sparkassen-Tourismusbarometers Rheinland-Pfalz 2025. Bis Mai 2026 erscheint monatlich ein Beitrag, der zentrale Ergebnisse zusammenfasst und deren Bedeutung für die touristische Praxis im Land einordnet.

Das Sparkassen-Tourismusbarometer dient als jährliches Frühwarn- und Orientierungssystem für die Tourismusbranche in Rheinland-Pfalz. Es zeigt Trends, Potenziale und Herausforderungen auf und gibt wichtige Impulse für Destinationen, Gastgeber und Freizeitanbieter.

Der Tourismus in Rheinland-Pfalz steht – wie die gesamte Branche – vor Veränderungen. Zwei Themen prägen diese Entwicklung besonders: Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Beide entwickeln sich zunehmend zu wichtigen Faktoren für die Zukunftsfähigkeit touristischer Betriebe und Destinationen. Das zeigt auch das aktuelle Sparkassen-Tourismusbarometer Rheinland-Pfalz 2025.

Für touristische Betriebe und Destinationen im Land handelt es sich dabei längst nicht mehr um kurzfristige Trends. Vielmehr gewinnen Nachhaltigkeit und Digitalisierung zunehmend an Bedeutung, wenn es darum geht, Angebote zukunftsfähig zu gestalten, steigende Gästeerwartungen zu erfüllen und gleichzeitig betriebliche Prozesse effizienter zu organisieren.

Gerade im rheinland-pfälzischen Tourismus, der stark von kleinen und mittelständischen sowie häufig familiengeführten Betrieben geprägt ist, spielen langfristige wirtschaftliche Stabilität und verantwortungsvolles Wirtschaften eine zentrale Rolle

Nachhaltigkeit wird zunehmend Teil des Betriebsalltags

Nachhaltigkeit ist im rheinland-pfälzischen Gastgewerbe längst kein Randthema mehr. Mehr als die Hälfte der befragten Betriebe setzt sich aktiv mit nachhaltigen Fragestellungen auseinander – wenn auch mit unterschiedlicher Intensität und unterschiedlichen Schwerpunkten.

 

Säulen der Nachhaltigkeit

 

Dabei spielen insbesondere soziale Aspekte eine wichtige Rolle. Viele Betriebe engagieren sich beispielsweise für gute Arbeitsbedingungen, zahlen übertarifliche Löhne, unterstützen Mitarbeitende bei Mobilität oder Kinderbetreuung und bieten flexible Arbeitszeitmodelle an. Solche Maßnahmen tragen dazu bei, die Attraktivität als Arbeitgeber zu stärken – ein wichtiger Faktor in Zeiten des Fachkräftemangels.

Parallel gewinnt auch die ökologische Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung. Viele Betriebe setzen bereits konkrete Maßnahmen um, um ihren Ressourcenverbrauch zu reduzieren und ihre Betriebsabläufe umweltfreundlicher zu gestalten. Dazu zählen beispielsweise:

  • Energieeinsparmaßnahmen und effizientere Heiz- und Beleuchtungssysteme
  • der Einsatz regionaler und saisonaler Produkte in Gastronomie und Hotellerie
  • Maßnahmen zur Reduktion von Abfällen und Verpackungsmaterial
  • ein bewusster Umgang mit Wasser und anderen Ressourcen.

Solche Maßnahmen entstehen häufig aus einem langfristigen unternehmerischen Denken heraus. Viele touristische Betriebe in Rheinland-Pfalz sind familiengeführt und planen über Generationen hinweg. Nachhaltiges Wirtschaften wird dadurch zunehmend Teil der Unternehmensstrategie – nicht nur aus ökologischen Gründen, sondern auch aus wirtschaftlichen.

Ressourcenschonende Betriebsführung kann langfristig Kosten senken und gleichzeitig die Attraktivität eines Betriebes für Gäste und Mitarbeitende erhöhen. Nachhaltigkeit wird damit immer stärker zu einem Bestandteil der Qualitätsentwicklung im Tourismus.

Digitalisierung: Potenziale noch nicht vollständig genutzt

Während Nachhaltigkeit bereits in vielen Betrieben angekommen ist, zeigt sich bei der Digitalisierung ein differenzierteres Bild. Zwar erkennen viele Unternehmen ihre Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit im Tourismus an – dennoch wird sie bislang nicht überall konsequent umgesetzt.

Ein Teil der Betriebe bewertet Digitalisierung lediglich als mittelwichtig, während rund 23 % ihr sogar kaum oder gar keine Bedeutung beimessen. Gleichzeitig stehen etwa 36 % der befragten Betriebe bei der Digitalisierung noch am Anfang und haben bisher nur wenige Maßnahmen umgesetzt.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Neben begrenzten personellen Ressourcen und fehlender Zeit nennen Betriebe auch den organisatorischen Aufwand bei der Einführung neuer Systeme oder fehlende technische Infrastruktur als Herausforderungen.

Dabei werden digitale Lösungen für Gäste zunehmend selbstverständlich. Besonders gefragt sind digitale Services, die Komfort und Flexibilität erhöhen. Dazu zählen beispielsweise:

  • Online-Reservierungs- und Buchungssysteme
  • digitale Gästemappen und Informationsangebote
  • digitale Speisekarten
  • Self-Check-in-Lösungen
  • digitale Kommunikationsmöglichkeiten mit Gästen.

Gleichzeitig bieten digitale Lösungen auch Potenziale für die betriebliche Organisation. Digitale Buchungssysteme, automatisierte Prozesse oder digitale Informationsangebote können Arbeitsabläufe vereinfachen, Mitarbeitende entlasten und gleichzeitig den Service für Gäste verbessern.

Nicht unerwähnt sollten jedoch die 57% der Betriebe, die angeben, schon viel beim Thema Digitalisierung erreicht zu haben und auch noch viel vor haben, sowie weitere 7%, die sich als Digitalisierungs-Experten sehen. Hier gilt es am Ball zu bleiben und voneinander zu lernen.

Gerade für kleine und mittelständische Betriebe – die Struktur prägt den Tourismus in Rheinland-Pfalz stark – bietet Digitalisierung damit Chancen, effizienter zu arbeiten und gleichzeitig die Servicequalität weiterzuentwickeln.

Digitalisierung und Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil

Ein zentrales Ergebnis des Tourismusbarometers lautet: Digitalisierung und Nachhaltigkeit entfalten ihre Wirkung besonders dann, wenn sie einen konkreten Mehrwert für Gäste und Betriebe schaffen.

Digitale Lösungen können Prozesse vereinfachen, Personal entlasten oder den Gästeservice verbessern. Nachhaltige Maßnahmen stärken hingegen das Image, senken langfristig Kosten und erhöhen die Attraktivität für Mitarbeitende und Gäste.

Besonders wirkungsvoll ist es, beide Themen strategisch miteinander zu verbinden. Digitale Anwendungen können beispielsweise dazu beitragen, Ressourcen effizienter zu nutzen oder nachhaltige Angebote transparenter zu kommunizieren – etwa durch digitale Gästeinformationen, papierlose Prozesse oder smarte Energiesteuerungssysteme.

Was Touristikerinnen und Touristiker daraus ableiten können

Die Ergebnisse des Tourismusbarometers zeigen mehrere Ansatzpunkte für die Praxis:

  1. Digitalisierung als Serviceinstrument verstehen
    Digitale Anwendungen sollten nicht nur als technische Lösung betrachtet werden, sondern als Möglichkeit, Gästeerlebnisse zu verbessern und Mitarbeitende zu entlasten.
  2. Nachhaltigkeit sichtbar machen
    Viele Betriebe setzen bereits nachhaltige Maßnahmen um. Wichtig ist, diese auch für Gäste transparent zu kommunizieren.
  3. Wissenstransfer fördern
    Gerade kleinere Betriebe profitieren von Austauschformaten, Best-Practice-Beispielen und gemeinsamen Projekten in der Region.
  4. Digitalisierung und Nachhaltigkeit gemeinsam denken
    Digitale Gästemappen, smarte Energiesysteme oder digitale Buchungsprozesse können sowohl Effizienz als auch Nachhaltigkeit fördern.

 

Fazit

Der Tourismus in Rheinland-Pfalz ist stark von kleinen, familiengeführten Betrieben geprägt. Gerade diese Struktur bietet gute Voraussetzungen, um authentische, nachhaltige und qualitativ hochwertige Angebote zu entwickeln.

Damit diese Potenziale künftig noch stärker genutzt werden können, braucht es jedoch mehr Tempo bei der Digitalisierung und eine konsequente Weiterentwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle.

Wer beide Themen strategisch miteinander verbindet, kann nicht nur seine Wettbewerbsfähigkeit stärken, sondern auch dazu beitragen, den Tourismus in Rheinland-Pfalz langfristig zukunftsfähig und resilient aufzustellen.

Weiterführende Informationen zum Thema Digitales und Nachhaltigkeit finden Sie im Tourismusnetzwerk sowie auf der Lernplattform TNWissen Rheinland-Pfalz.

Den gesamten Bericht zum Sparkassen Tourismusbarometer Rheinland-Pfalz finden Sie hier im Tourismusnetzwerk.

Der nächste Artikel der Themenreihe zur wirtschaftlichen Lage im rheinland-pfälzischen Gastgewerbe, erscheint Mitte April zum Thema Qualität und Gästezufriedenheit .



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