18. Januar 2023

Tourismus NRW: Tourismusjahr 2022 mit Licht und Schatten

© Eifel Tourismus - D. Ketz

Für 2022 zeichnet sich eine gemischte Bilanz für den Tourismus in Nordrhein-Westfalen ab. Nach der Aufhebung der relevanten Corona-Auflagen im März nahm das Geschäft zwar deutlich an Fahrt auf, die hohe Inflation, gestiegene Kosten für die Betriebe und Konsumzurückhaltung der Gäste machten der Branche jedoch zu schaffen.

Hochrechnungen* von Tourismus NRW zufolge verbuchten die meldepflichtigen Beherbergungsbetriebe in Nordrhein-Westfalen 2022 rund 19,9 Millionen Gäste, was einem Plus von rund 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche. Gegenüber 2019, dem Vor-Corona-Jahr, gab es jedoch nach wie vor ein deutliches Minus von etwa 18 Prozent.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Übernachtungen: Laut Hochrechnung dürften die Betriebe 2022 auf rund 46,9 Millionen Übernachtungen kommen und damit ein Plus von 58 Prozent gegenüber 2021 verzeichnen. Gegenüber 2019 dürfte es jedoch ein Minus von etwa 12 Prozent geben.

Hohe Inflation macht Betrieben gleich mehrfach zu schaffen

Das deutliche Plus gegenüber 2021 erklärt sich insbesondere durch das bis Mai 2021 geltende Beherbergungsverbot, das private Übernachtungen in den Betrieben damals unmöglich machte. 2022 verlor die Pandemie für viele Menschen ihren Schrecken, sodass die Reisetätigkeit auch deshalb wieder zulegte und damit auch das Minus gegenüber 2019 kleiner wurde.

Den Höhepunkt der Aufholjagd verbuchten die Betriebe im August 2022, als das Vorkrisenniveau bei den Übernachtungen sogar übertroffen wurde. Danach allerdings fielen die Zahlen erneut ins Negative. Grund hierfür dürfte insbesondere die hohe Inflation gewesen sein, die die Lebenshaltungskosten deutlich verteuert und damit den Spielraum für Konsumausgaben der potenziellen Gäste verkleinert hat.

„Viele Menschen verreisen zwar weiterhin, aber sie sparen dabei, etwa durch kürzere Reisen und geringere Ausgaben vor Ort. Das zeigt sich auch bei den Umsätzen der Betriebe, die noch stärker im Minus sind als die Übernachtungszahlen“, erläutert Dr. Heike Döll-König, Geschäftsführerin des Tourismus NRW.

Die Inflation stellt dabei ein dreifaches Problem für die Betriebe dar: Neben der Konsumzurückhaltung der Gäste müssen sie gleichzeitig höhere Energie- und Beschaffungskosten etwa bei Lebensmitteln verkraften. Zudem werden ihre Umsätze von der Inflation minimiert.

Münsterland mit besten Zahlen, Städte holen auf

Am besten lief es zumindest mit Blick auf die Übernachtungszahlen für die Betriebe im Münsterland. Verglichen mit 2019 dürften sie 2022 ein Plus von 0,3 Prozent verbucht haben. Der Niederrhein, das Sauerland sowie die Eifel mit der Region Aachen verbuchten voraussichtlich einstellige Minuszahlen im Vergleich zu 2019. Die übrigen touristischen Regionen dürften auf das Gesamtjahr gerechnet im zweistelligen Minusbereich liegen.

Die großen Städte allerdings konnten zumindest eine Aufholjagd starten. So verbuchte etwa Düsseldorf mit dem angrenzenden Kreis Mettmann gegenüber dem Vorjahr ein sattes Plus von circa 112 Prozent. Köln und der angrenzende Rhein-Erft-Kreis dürften im Gesamtjahr auf ein Plus von 88 Prozent kommen. Durch die Entspannung der Corona-Lage konnten Tagungen und Messen wieder stattfinden, was für eine Rückkehr der Business-Gäste sorgte. Zudem waren für den Städtetourismus relevante Aktivitäten wie Veranstaltungsbesuche oder Besuche von Kultureinrichtungen wieder möglich. Und auch die ausländischen Gäste kommen langsam zurück, allerdings erholt sich das Geschäft hier deutlich langsamer als der Inlandstourismus.

Nordrhein-Westfalen als Urlaubsland

Weitere positive Entwicklung: Nordrhein-Westfalen punktet verstärkt bei deutschen Urlauber:innen. Der GfK DestinationMonitor registrierte allein im ersten Halbjahr 2022 rund 5,4 Millionen Übernachtungen durch deutsche Urlauber:innen – so viele wie nie zuvor. Gegenüber 2019 betrug das Plus ganze 23 Prozent.

„Das Jahr 2022 zeigt Licht und Schatten. Uns muss es gelingen, die positiven Entwicklungen mit unserem Angebot zu stärken und zugleich den Herausforderungen zu begegnen. Wir müssen den Gästen zeigen, welch vielfältige Möglichkeiten wir für Urlaub, aber auch Business-Reisen bieten, und sie davon überzeugen, dass Erlebnisse in unseren Freizeiteinrichtungen oder der Gastronomie es wert sind, Geld auszugeben. Qualität und Service sind hier wichtige Ansatzpunkte. Gleichzeitig werden wir auch verstärkt auf alternative Angebote hinweisen, beispielsweise günstigere Hofcafés und vergünstigte Kombitickets oder umfassende Freizeitkarten für gleich mehrere Freizeitangebote, um jedem eine unvergessliche Zeit in Nordrhein-Westfalen zu ermöglichen“, erklärt Döll-König.

Weitere Zahlen und Einschätzungen sind im Chartbericht unserer Marktforschung auf dem Branchenportal des Tourismus NRW unter tourismusverband.nrw zu finden.

* Die Hochrechnungen basieren auf den Zahlen der von IT.NRW veröffentlichten amtlichen Statistik für die Monate Januar bis November 2022 sowie auf der Berechnung der Dezemberzahlen 2022. Für letzteres wurde die gleiche Veränderungsrate wie zwischen November 2021 und November 2022 zugrunde gelegt. Die amtliche Statistik berücksichtigt grundsätzlich Betriebe mit mindestens zehn Betten beziehungsweise Campingplätze mit mindestens zehn Stellplätzen.

Quelle: Pressemeldung Tourismus NRW 

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