23. November 2022

Mutmacher-Versammlung der Dehoga in Bitburg

© Eifel Tourismus

Auf der gut besuchten Mitgliederversammlung des Kreisverbandes Eifelkreis-Bitburg-Prüm stand der mutmachende Blick nach vorne im Fokus. Für den individuellen Weg durch die aktuell herausfordernde Zeit warb Präsident Gereon Haumann für eine fachliche Beratung, die derzeit zu 75% staatlich gefördert wird.

In seiner Begrüßung sprach Kreisvorsitzender Alwin Köhler von einer besonderen Mitgliederversammlung in herausfordernden Zeiten. Personalmangel, Bürokratismus, Energie- und Rohstoffpreise stellten die Betriebe vor außergewöhnliche Aufgaben. Auch Landrat Andreas Kruppert sprach stellvertretend für alle anwesenden hauptamtlichen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Eifelkreises von einer multiplen Krisensituation und machte deutlich: „Die Eifel steht zusammen“. Er betonte die herausragende Bedeutung der Hotel- und Gaststättenbetriebe als wesentlicher Bestandteil der touristischen Infrastruktur.

Gereon Haumann lobte in seiner Ansprache die staatliche Unterstützung für die Betriebe während der Pandemie, sie sei so hoch gewesen wie in keinem anderen Land in Europa. Für falsch hielt er die angeordneten Betriebsschließungen. Der Light-Lockdown sei zum Leidlockdown geworden, die pandemiebedingten Schließungen kontraproduktiv. Für die Zukunft müsse daher das Ziel sein, dass die Gastronomie und Hotellerie nie wieder geschlossen werde. Die beste Wirtschaftshilfe sei der eigene Umsatz, so Haumann.


„Wir sind die Glücksbringer der Gesellschaft“

In einem emotionalen Appell an die etwa 50 Mitgliedsbetriebe machte der Präsident den Hoteliers und Gastronomen Mut. „Ihre Gäste brauchen die Gastronomie als öffentliche Wohnzimmer. Sie brauchen die Kommunikation mit anderen Menschen.“ Er fordert daher die Solidarität und Wertschätzung der Bevölkerung sowie auch der Politik. „Wir sehen es heute als starkes Signal, dass Sie liebe kommunalen Spitzenvertreter heute bei uns sind.“

In Sachen Fachkräftesicherung sprach er für die Branche das klare Ziel aus, nicht nur beste Gastgeber, sondern auch beste Arbeitgeber zu sein. Er zeigt sich optimistisch, dass man die Menschen auch wieder für die interessanten Jobs in der HoGa-Branche begeistern könne. Er erwähnte die verbindlich getroffenen Vereinbarungen, die Ausbildungsvergütungen um 30-60% zu erhöhen und Löhne mindestens 5% über Mindestlohn zu zahlen – mit Steigerungen je nach Berufserfahrung. Das bedeute allerdings im Umkehrschluss auch für den Gast: „Faire Preise für gute Löhne“ statt „Geiz ist geil“.

Um auskömmliche Preise zu kalkulieren, müssten die Betriebe ihre Deckungsbeiträge, die örtliche Kaufkraft oder auch das Potenzial ihrer Schläferprodukte kennen, betont Betriebsberater und cbg-Geschäftsführer Ralf Gerhard. Er wies nochmals auf das Förderprogramm der ISB hin: Das Land Rheinland-Pfalz fördere Betriebsberatungen im Bereich Preisgestaltung, Betriebsorganisation oder Vertrieb/Marketing mit 75%. Wichtig sei die Antragstellung bis Jahresende. An dem Programm besteht seitens der Hotel- und Gaststättenbetriebe großes Interesse. Etwa 30 Betriebe meldeten zur Versammlung ihr Interesse an der Beratung an.

 

Die Eifel als Urlaubsdestination stark gefragt

Albrecht Ehses, Geschäftsführer Wein und Tourismus der IHK Trier, unterstrich den Grundoptimismus der Versammlung trotz aktueller Rahmenbedingungen. Die Eifel läge im Kundenzufriedenheitsindex auf Platz 12 in Deutschland – ein Verdienst der Gastgeberinnen und Gastgeber. Er verwies auf zahlreiche Fördertöpfe für Investitionen und Maßnahmen im Hotel- und Gaststättengewerbe und stellte Projekte wie „Working Familiy“ vor, die Lust auf die Branche machen. Den Faden Griff Klaus Schäfer, Chef der Eifel Tourismus (ET) GmbH auf. „Wir müssen aufhören, unsere Branche schlecht zu reden. Viele kreative Unternehmensneugründungen der jüngsten Zeit zeigen, dass Leute Interesse haben ins Gastgewerbe einzusteigen“. Im Rahmen der Tourismusstrategie Eifel 2025 böte die ET vielfältige Angebote. Aus dem Handlungsfeld „Digitalisierung“ stellte er aktuelle Projekte wie Teetjit Online-Seminare, E-Coaches, Open-Data-Projekte, Newsletter oder die geplante Bilddatenbank vor, mit denen man die Betriebe unterstütze. Er präsentierte zum Abschluss die Möglichkeiten, als Betrieb über die Marke Eifel Flagge zu zeigen.

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