23. November 2022

Evaluierungs-Komitee prüft Entwicklung im Nationalpark Eifel

© Nationalparkverwaltung Eifel/A. Simantke

Qualitätskriterien und Standards für deutsche Nationalparke

Schleiden-Gemünd. Ein mit Fachleuten verschiedener Einrichtungen besetztes Evaluierungs-Komitee war im Nationalpark Eifel unterwegs, um dessen Entwicklung vor Ort mit Hilfe von bundesweit festgelegten Qualitätskriterien zu begutachten. Diese Vollevaluierung findet etwa alle zehn Jahre in allen 16 deutschen Nationalparks statt.

Koordiniert wird das vom Bundesumweltministerium (BUMV) geförderte Projekt durch den Dachverband der Großschutzgebiete in Deutschland, „Nationale Naturlandschaften e.V. (NNL)“. Das elfköpfige Bereisungskomitee setzt sich zusammen aus Vertretungen des Bundesumweltministeriums, der obersten Naturschutzbehörden der Bundesländer (LANA), Wissenschaftler*innen, Nichtregierungsorganisationen (NROs) sowie der NNL e.V..

Zum Thema Waldentwicklung erläutert Nationalparkleiter Dr. Michael Röös im östlichen Kermeter den Umgang mit nicht gebietsheimischen Baumarten.

Bei der aktuellen Vollevaluierung werden insgesamt acht Handlungsfelder bearbeitet, die alle gesetzlichen Aufgaben eines Nationalparks abdecken. Die Handlungsfelder werden durch insgesamt 42 Qualitätskriterien näher beschrieben. Neben der Auswertung von Berichten der Nationalparkverwaltung und einer Exkursion im Nationalpark, befragte das Evaluierungs-Komitee auch Beschäftigte der Nationalparkverwaltung und so genannte Stakeholder. Für den Nationalpark Eifel waren dies Vertretungen aus dem Kommunalen Nationalparkausschuss, dem wissenschaftlichen Nationalparkbeirat, des bedeutsamen Flächeneigentümers Bundesimmobilienanstalt (BImA)/Bundesforst, dem Nationalpark-Förderverein und der Vogelsang IP GmbH.

Das Komitee interessierte sich insbesondere für Gefährdungen des Schutzzwecks durch Zerschneidungen und andere Störungen wie Lärm und Windenergieanlagen, Wald- und Offenlandentwicklung, Renaturierungen und Naturdynamik, Umweltbildung, Barrierefreiheit und Regionalentwicklung.

Das Komitee wird einen Evaluierungsbericht mit Empfehlungen erstellen, der die Nationalparkverwaltung und das Umweltministerium NRW bei der Zielerreichung unterstützen soll.

2009 war der Nationalpark Eifel einer der ersten Nationalparks, der freiwillig an der bundesweiten Initiative zur Überprüfung der Managementqualität teilgenommen hatte. Mittlerweile haben erfahrene Komitees neben allen 16 deutschen Nationalparken auch die sechs österreichischen unter die Lupe genommen.

Hintergrund:

Als Basis für die Überprüfung konkreter Qualitätsziele für Nationalparke dient die gemeinsame Vision: „Nationalparke in Deutschland sind weitgehend unbeeinflusste Naturlandschaften, die auf ihren geschützten Flächen für jetzige und künftige Generationen in besonderem Maße großflächig die Natur ungestört Natur sein lassen, damit uns Menschen die Schönheit und der Wert des Lebens auf unserer Erde bewusst und die Vielfalt der Natur bewahrt wird.“

Unter Berücksichtigung nationaler und internationaler Vorgaben definieren insgesamt 42 Qualitätskriterien für acht Handlungsfelder einen bundeseinheitlichen Qualitätsstandard, der einen Ideal-Zustand beschreibt.

Die acht Handlungsfelder sind: Rahmenbedingungen, Organisation, Schutz der natürlichen biologischen Vielfalt und Dynamik, Management, Kooperationen und nachhaltige Regionalentwicklung, externe Kommunikation, Bildung und Naturerleben sowie Forschung und Monitoring.

Kontakt und weitere Informationen:

Annette Simantke
Wald und Holz NRW
Nationalparkforstamt Eifel
Fachgebiet Kommunikation und Naturerleben
E-Mail: simantke@nationalpark-eifel.de

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