16. August 2022

Minister Oliver Krischer: Ohne eine intakte Natur sind unsere Lebensgrundlagen gefährdet

© Nationalparkverwaltung Eifel

Umweltminister startet Informationsreise zum Zustand der biologischen Vielfalt in Nordrhein-Westfalen – Start im Nationalpark Eifel

Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr teilt mit:

In Nordrhein-Westfalen steigt die Fläche für den Schutz der Natur weiter. Nach Berechnungen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) erreichten die Naturschutzflächen im letzten Jahr eine Ausdehnung von rund 297.000 Hektar, was etwa 8,7 Prozent der Landesfläche ausmacht. 2020 waren es mit rund 286.700 Hektar noch 8,4 Prozent. Damit hält der steigende Trend der letzten zehn Jahre an. „Ohne eine intakte Natur, ohne ein wildes und lebendiges Nordrhein-Westfalen, sind unsere Lebensgrundlagen gefährdet“, sagte Umweltminister Oliver Krischer zum Start seiner Informationsreise zum Zustand der biologischen Vielfalt im Nationalpark Eifel. „Deshalb müssen wir größere Kraftanstrengungen unternehmen, um die biologische Vielfalt zu erhalten. Intakte Lebensräume sind die Basis dafür und der Nationalpark Eifel zeigt eindrucksvoll, welchen Erfolg ein ambitionierter Natur- und Artenschutz erreichen kann. Daran wollen wir anknüpfen.“ Zu den Naturschutzflächen gehören Naturschutzgebiete, der Nationalpark Eifel, die Nationalen Naturmonumente und die Wildnisentwicklungsgebiete („Wildniswälder“).

Alte Buchenwälder, mystische Moore, knorrige Eichenbäume, moosbedeckte Auenwälder, blühende Heideflächen, ausgedehnte Wasserlandschaften und wilde Mittelgebirgsbäche: „Nordrhein-Westfalen hat eine einzigartige Natur und eine faszinierende Artenvielfalt“, sagte Minister Krischer. Mehr als 43.000 verschiedene Tier-, Pilz- und Pflanzenarten und rund 70 verschiedene Lebensräume bilden die Grundlage für den Artenreichtum in Nordrhein-Westfalen. „Sie zu bewahren und zu schützen ist eine existentielle Aufgabe. Der Nationalpark Eifel als größtes Gebiet zur Entwicklung wilder Wälder in Nordrhein-Westfalen zeigt dabei, wie uns dies gelingen kann. Er ist eine ökologische Erfolgsstory.“

© Nationalparkverwaltung Eifel

Im Januar 2004 wurde der Nationalpark Eifel mit 110 Quadratkilometern Fläche als erster Nationalpark in Nordrhein-Westfalen gegründet. Deutschlandweit gibt es derzeit 16 Nationalparks. Das Großschutzgebiet in der Nordeifel stellt die bodensauren, nährstoffarmen Laubmischwälder unter Schutz. Neben den Waldgebieten sind auch die zahlreichen Quellgebiete und Bachtäler sowie Felskomplexe ökologisch wertvolle und empfindliche Bereiche. Auf der Dreiborner Hochfläche mitten im Nationalpark Eifel ist das verwildernde Offenland von besonderer Schönheit. Insgesamt leben im Nationalpark Eifel etwa 11.205 Arten, wovon 2.571 auf der „Roten Liste“ stehen. „Wir freuen uns besonders, dass unter den vielen Artenfunden in unserem Schutzgebiet zunehmend auch Zeigerarten für alte Wälder auftreten, wie 2021 der Urwaldzeiger-Pilz „Ästiger Stachelbart“, so Dr. Michael Röös, Leiter der Nationalparkverwaltung Eifel.

© Nationalparkverwaltung Eifel

Biodiversitätskrise wirksam bekämpfen

Mit Blick auf das Großschutzgebiet mahnte Minister Krischer aber auch einen ambitionierteren Artenschutz an. „Der Nationalpark ist ein Hort der biologischen Vielfalt, der zeigt, dass ein ambitionierter Naturschutz erfolgreich sein kann“, sagte Minister Krischer. Und dies sei notwendig, denn auch in Nordrhein-Westfalen sei der Verlust an biologischer Vielfalt weiterhin hoch:

  • Etwa 45 Prozent der untersuchten Tier-, Pilz- und Pflanzenarten stehen in Nordrhein-Westfalen auf der „Roten Liste“ – sind gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben.
  • Rund 80 Prozent der Lebensräume im Tiefland sind in einem ungünstigen Erhaltungszustand – allen voran Moore, Grünland- und Gewässerlebensräume sowie Eichen- und Auenwälder.
  • Und aktuell sind nur 8,8 Prozent aller Fließgewässer in Nordrhein-Westfalen in einem sehr guten oder guten ökologischen Zustand.

Die Ursachen des Artensterbens und des Verlusts an biologischer Vielfalt sind häufig menschengemacht: Neben den Folgen des Klimawandels gehören hierzu unter anderem eine zu intensive Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen, die Zerstörung und Zerschneidung naturnaher Lebensräume und der fortschreitende Flächenfraß. So gingen im Jahr 2020 täglich in Nordrhein-Westfalen etwa 5,7 Hektar an wertvollen Lebensräumen für eine Vielzahl von Tier-, Pilz- und Pflanzenarten für Siedlungs- und Verkehrsnutzungen verloren.

Die Landesregierung will dem Verlust der biologischen Vielfalt und dem fortschreitenden Artensterben gegensteuern. „Die Biodiversitätskrise ist eine der zentralen ökologischen Krisen unserer Zeit“, sagte Minister Krischer. „Die Landesregierung hat sich vorgenommen, mit einer Vielzahl von Maßnahmen und einer umfangreichen Finanzierung die Biodiversitätskrise wirksam zu bekämpfen und in allen Politikfeldern mitzudenken.“

Minister Krischer wird sich in den nächsten Wochen im Rahmen seiner Informationsreise quer durch Nordrhein-Westfalen vor Ort von Expertinnen und Experten über den Zustand der Natur, über ambitionierte Artenschutz-Projekt sowie über notwendige Maßnahmen informieren lassen. Der Start der Minister-Tour fand heute im Nationalpark Eifel statt.

Weitergehende Informationen:

Umweltportal NRW

Umweltdaten aus Nordrhein-Westfalen: Mit dem Umweltportal NRW hat das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr eine zentrale Anlaufstelle für behördliche Daten und Informationen zum Umweltzustand in Nordrhein-Westfalen geschaffen. Es bietet Zugang zu Hunderten von Webseiten, Messergebnissen, Lageberichten, Witterungsanalysen, Übersichtskarten, Umwelt- und Klimaindikatoren – verbunden mit einer automatischen Abo-Funktion für zahlreiche Themendienste, Pegelmeldungen, lokale Luftmessdaten und Lageberichte.

www.umweltportal.nrw.de

Bei Bürgeranfragen wenden Sie sich bitte an: Telefon 0211 4566-0.

Bei journalistischen Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr, Telefon 0211 4566-531.

Dieser Pressetext ist auch verfügbar unter www.land.nrw

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