9. September 2021

Halbjahresbilanz 2021: weiterhin starke Verluste, Vorkrisenniveau noch weit entfernt

Der Tourismus in Rheinland-Pfalz litt im ersten Halbjahr 2021 weiterhin stark unter den Auswirkungen der Coronapandemie. Von Januar bis Juni kamen rund eine Million Gäste nach Rheinland-Pfalz, die 3,5 Millionen Übernachtungen generierten. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum gingen die Ankünfte um 47 %, die Übernachtungen um 33 % zurück. Wie auch im letzten Jahr sind die Übernachtungen ausländischer Gäste mit einem Minus von rund 50 % deutlich mehr gesunken als die inländischer Besucher (- 31 %).

Die Ergebnisse basieren auf der monatlichen Befragung aller Beherbergungsbetriebe mit zehn und mehr Fremdenbetten sowie den Betreibern von Camping- und Reisemobilplätzen mit zehn und mehr Stellplätzen. Hinweis: Mit dem Berichtsmonat Januar 2021 werden Privatquartiere und Kleinbetriebe mit weniger als 10 Betten in Städten und Gemeinden mit einem Prädikat als Heilbad, Luftkurort, Erholungsort oder Fremdenverkehrsort nicht mehr befragt. Zu Vergleichszwecken wurden die Vergleichsergebnisse entsprechend umgerechnet. Durch die Corona-Krise sind die Beherbergungsbetriebe wirtschaftlich außerordentlich beeinträchtigt. Da die Durchsetzbarkeit der Meldepflicht in dieser Situation eingeschränkt ist, liegt der Schätzanteil der fehlenden Statistikmeldungen über dem sonst üblichen Maß. Es handelt sich um vorläufige Ergebnisse.

Rheinland-Pfalz im Bundesländervergleich an sechster Stelle
Betrachtet man den deutschlandweiten Rückgang der Übernachtungszahlen, liegt Rheinland-Pfalz mit einem Minus von rund 33 % relativ gleichauf mit dem Bundesdurchschnitt (- 35 %). Damit reiht sich das Bundesland an sechster Stelle der Länder ein, die vergleichsweise besser durch die Krise kamen. Einzig Schleswig-Holstein kann sein Ergebnis vom Vorjahreszeitraum fast halten (- 2,7 %). Danach folgen Niedersachsen, das Saarland, Brandenburg und Baden-Württemberg mit Verlusten von 24 % bis 29 %. Wie auch im letzten Jahr waren die Stadtstaaten Berlin und Hamburg am stärksten betroffen (- 61 % und – 59 %).

Ein Blick in die Regionen: Verluste zwischen 13 % und knapp 40 %
Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum müssen auch im ersten Halbjahr 2021 alle Regionen Verluste hinnehmen, doch drei davon bleiben unter der 30-Prozentmarke. Im Naheland fielen die Rückgänge der Übernachtungszahlen mit 13 % vergleichsweise gering aus, es folgen der Hunsrück mit einem Minus von rund 21 % und die Ahr mit rund 25 %. In der Pfalz, der Eifel und in der Region Westerwald-Lahn rangieren die Verluste zwischen 32 bis knapp 37 %. Das Rheintal und Rheinhessen liegen mit – 37,9 % genau gleichauf, gefolgt von der Mosel-Saar Region mit einem Minus von fast 40 %.

Aufenthaltsdauer weiter gestiegen
Die Aufenthaltsdauer in Rheinland-Pfalz stieg weiter. Lag sie im Vergleichszeitraum 2019 vor der Pandemie noch bei 2,5 Tagen, kletterte sie im ersten Halbjahr 2020 auf 2,7 und liegt nun bei 3,4 Tagen. Deutschlandweit blieben die Gäste 3,7 Tage. Eine besonders lange Aufenthaltsdauer verzeichnen weiterhin vor allem die Küstenbundesländer Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern mit 5,1 Tagen.

Betriebsarten: vor allem die Jugendherbergen leiden
Unter den Betriebsarten wirkte sich die Pandemie vor allem auf die Jugendherbergen drastisch aus. Mit einem Minus von 81 % kam deren Geschäft fast zum Erliegen. Einbußen von mehr als 60 % mussten auch Erholungs- und Ferienheime sowie Ferienzentren hinnehmen. Nach wie vor waren die Campingplätze (- 14,9 %) und Ferienwohnungen/-häuser weniger stark betroffen (- 11,4 %). Erfreulich ist, dass die Vorsorge- und Rehakliniken ihr Ergebnis vom Vorjahr fast halten konnten (- 0,7 %).

Die Übernachtungszahlen im Monatsverlauf: deutliches Plus im April
Der Start ins Jahr 2021 stand nach wie vor unter den massiven Auswirkungen der Pandemie. Im Januar und Februar lagen die Übernachtungen verglichen mit den Vorjahresmonaten bei einem Minus von rund 73 %, im März bei minus 45 %. Erfreulich ist hingegen, dass im April ein Plus von 58 % verzeichnet wurde. Auch wenn das positiv stimmt: die Übernachtungen lagen trotz allem noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau von April 2019 (minus von 82 %). Im Mai und Juni war die Lage wieder angespannter. Im Vergleich mit den Vorjahresmonaten sanken die Übernachtungszahlen erneut. (Mai: – 8 %, Juni: – 1 %).

Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Bad Ems, 2021; Statistisches Bundesamt (Destatis), 2021

 

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