7. Januar 2021

Wintersport in der Eifel – derzeit keine gute Idee

© PI Prüm

Die Sehnsucht nach Schneespaß ist groß, größer jedoch sind die Risiken. Daher heißt es in der gesamten Eifel wie in allen anderen deutschen Mittelgebirgen: Vorsicht und Rücksicht ist geboten!

Die Kreisverwaltung des Eifelkreises Bitburg-Prüm, die Verbandsgemeinde Prüm sowie die Polizeiinspektion Prüm weisen darauf hin, dass die Wintersportgebiete „Schwarzer Mann“ und „Wolfsschlucht“ derzeit gesperrt sind. Auch rund um die Eifelgemeinde Hellenthal wurden Parkplätze, Pisten, Wege und Zufahrtsstraßen geschlossen, um einem Tagestouristenandrang auf der Suche nach Schneevergnügen vorzubeugen. Über die Grenzen der Belastbarkeit hinaus sind zudem andere Orte der Nordeifel wie Roetgen, Simmerath, Blankenheim, Bad Münstereifel, Dahlem, Kall, Mechernich, Schleiden oder Nettersheim von schneehungrigen Besuchern beansprucht. Coronabedingt sind die Loipen im Bereich Monschau sowie am Rursee bei Lammersdorf und Eicherscheid nicht gespurt. In der Vulkaneifel ist die Situation an der Skipiste Mäuseberg und an den Loipen um den Ernstberg nach Angaben der Polizeiinspektion Daun ebenfalls so angespannt, dass von tagestouristischen Ausflügen abgesehen werden sollte. Dasselbe gilt für die Hocheifel rund um die Hohe Acht. Allgemein gilt: Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz oder auch die Straßenverkehrsordnung werden konsequent geahndet.

Für die Touristiker der Region ist es nun eine ungewohnte Aufgabe, potenzielle Gäste von Besuchen abzuhalten und auf Risiken hinzuweisen. Doch derzeit kommen viele Negativfaktoren und Gefahren zusammen. Daher der Appell an Tagestouristen: Genießen Sie den Winter im heimischen Umfeld und seien Sie ab Frühjahr wieder herzlich willkommen!

Zum einen ist der bundesweite Lockdown zu berücksichtigen. Nicht zwingend notwendige Kontakte müssen vermieden werden, um der Pandemie Herr zu werden und die Infektionszahlen zu senken, bis eine Wiedereröffnung von Gastronomie und Einzelhandel möglich ist. Auf Parkplätzen, Wegen und Pisten jedoch ist bei entsprechender Schneelage und Andrang die Abstandswahrung auch bei Outdoor-Aktivitäten kaum gewährleistet. Hinzu kommen kilometerlange Staus, überfüllte Parkplätze mit Behinderung von Rettungswegen und querstehende Fahrzeuge, die sich nicht mehr aus eigenem Antrieb befreien können. Landwirte beklagen massive Schäden an Wiesen und Feldern, die – fälschlicherweise als Park- und Wenderaum genutzt – in der kommenden Vegetationsperiode nicht mehr brauchbar sind.

Das Schneevergnügen ist darüber hinaus ins Gegenteil verkehrt durch die Schließung der gesamten Gastronomie, so dass es in den frequentierten Gebieten weder Toiletten noch Aufwärmmöglichkeiten noch Essen und Trinken gibt – gerade für Familien mit Kindern eine große Belastung. Es fehlen entlang der Waldwege und Felder Abfalleimer, so dass Förster eine massive Vermüllung der Gebiete feststellen. Wildtiere, welche gerade im Winter Ruhe benötigen, werden aufgescheucht und sind daher deutlich krankheitsanfälliger als üblicherweise.

Die größte Beeinträchtigung des Schneespaßes geht mittlerweile auch von der stark gestiegenen Schneebruchgefahr im Wald aus. Viele Bäume sind nicht mehr in der Lage, die Schneelast zu tragen, so dass Äste abbrechen oder ganze Stämme und Kronen kippen – dies kann innerhalb von Sekunden geschehen, so dass im Wald auch bei bloßen Spaziergängen konkrete Lebensgefahr besteht.

Die Touristiker und kommunal Verantwortlichen der Eifel bedauern, dass derzeit von einem Schneevergnügen in der Region abgesehen werden sollte und sich eine Anreise aus den umliegenden Ballungsgebieten nicht lohnt. Umso größer kann die Vorfreude auf eine baldige Naherholungssaison sein, in der viele Menschen die Schönheiten der Eifel mit ihren intakten Wäldern wieder unbeschwert und genussvoll erleben können.

Lebensgefahr durch stark gestiegene Schneebruchgefahr im Wald.

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