25. November 2020

Tourismus NRW fordert längerfristige Hilfen und Perspektiven für Branche

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Existenz vieler Betriebe akut gefährdet

Düsseldorf, 23. November 2020. Bei ihrem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel wollen die Ministerpräsidenten am Mittwoch offenbar die Fortsetzung der bestehenden Einschränkungen beschließen. Sollte es zu einer Verlängerung des Lockdowns für die Tourismusbranche kommen, sieht Tourismus NRW die Existenz vieler Betriebe akut gefährdet und fordert längerfristige Hilfen und Perspektiven.

„Sollte der Branchen-Lockdown verlängert werden, würde das den Tourismus mit einer noch stärkeren Wucht treffen als es der November-Lockdown bereits getan hat. Für viele Betriebe ist das Geschäft rund um Weihnachten sehr wichtig, insbesondere bei Tagesausflügen ist der Dezember normalerweise ein starker Monat. Die Reserven vieler Betriebe sind durch das katastrophale Jahr außerdem aufgebraucht. Das heißt: Bei einem weiteren Lockdown müssen zwangsläufig auch die Novemberhilfen verlängert werden – und zwar noch über die Zeit des Lockdowns hinaus. Denn auch weit ins nächste Jahr hinein wird es kein normales Geschäft für unsere Branche geben. Die aktuelle Situation und die ausgesprochenen Reiseverbote sorgen für einen enormen Vertrauensverlust in die Betriebe unserer Branche, der sich in Stornierungen und leeren Reservierungssystemen niederschlägt – obwohl die Betriebe in den vergangenen Monaten mit ausgefeilten Infektionsschutzkonzepten für die Sicherheit ihrer Gäste sorgen konnten. Angesichts dessen können nur eine schnelle Auszahlung der Umsatzausfallhilfen für die Zeit des Lockdowns und darüber hinausgehende längerfristige Hilfen das Sterben eines Großteils der Tourismusbranche jetzt noch verhindern“, erklärt Dr. Achim Schloemer, Vorsitzender des Vorstands von Tourismus NRW.

Zugleich fordert er eine Strategie der Politik für das kommende Jahr. „Aktuell hangelt sich eine beschäftigungsintensive Branche von Monat zu Monat, von Beschluss zu Beschluss. Die Betriebe brauchen eine Perspektive – mindestens für das erste Halbjahr. Ohne ein planbares Frühjahrsgeschäft und stabile Hilfen gleichzeitig steht der Tourismus 2021 vor dem Aus“, so Schloemer.

Nach Berechnungen der Tourismusberatung dwif-Consulting haben die Destinationen in Deutschland allein zwischen März und August 2020 Umsatzausfälle in Höhe von 46 Milliarden Euro hinnehmen müssen. Die nordrhein-westfälische Tourismusbranche treffen die Auswirkungen der Corona-Pandemie in besonderem Maße, denn in Normaljahren sind Städtereisen sowie Event- und Veranstaltungsreisen die Hauptmotive für knapp 50 Prozent der Urlaubsreisen nach Nordrhein-Westfalen. Bei 45 Prozent aller Urlaubsreisen ist der Besuch von Events und Veranstaltungen eine zentrale Aktivität. Auch vor dem zweiten Lockdown fielen diese Anlässe und Motive jedoch größtenteils weg. Hinzu kommt, dass die beiden für Nordrhein-Westfalen wichtigen Segmente des Geschäftsreisetourismus und des Incoming-Tourismus nahezu zum Erliegen gekommen sind. In Nordrhein-Westfalen sind 650.000 Jobs direkt oder indirekt vom Tourismus abhängig.

Quelle: Tourismus NR We.V., Tonia Haag

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Stephan Kohler
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