17. Dezember 2018

Von der Blindenspur bis zur Erinnerungs-Führung – Papiermuseum Düren richtet sich an Menschen mit verschiedensten Bedürfnissen und Einschränkungen

© Papiermuseum Düren

DÜREN. Blindenschrift an der Fassade, ein Bodenleitsystem und eine besonders kontrastreiche Gestaltung – schon von weitem wird deutlich, dass sich das neue Papiermuseum Düren als ein „Museum für alle“ versteht.  Es richtet sich aber nicht nur an blinde und sehbehinderte Besucherinnen und Besucher. Auch Menschen mit anderen körperlichen und/oder geistigen Einschränkungen finden im Papiermuseum zahlreiche Angebote, die speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind. Denn Inklusion spielt in dem erst kürzlich erweiterten und neueröffneten Haus eine große Rolle.

Blinde und Sehbehinderte begreifen Papier

Blindenspur

Es fängt schon bei der Beschriftung an: Schwarz auf Weiß – wie die Buchstaben auf einem Blatt Papier – sorgt die kontrastreiche Ausstellungsgestaltung dafür, dass Texte, Abbildungen und Ausstellungsarchitektur auch für Sehbehinderte gut erkennbar sind. Blinde können in der Dauerausstellung dem rund 100 Meter langen Bodenleitsystem folgen, das den Beginn eines jeden Ausstellungsbereichs ansteuert.  Hörstationen, die speziell auf die Bedürfnisse blinder Besucherinnen und Besucher abgestimmt sind, geben spannende Inhalte wieder. Durch Tastmodelle und weitere haptisch erfahrbare Angebote können Sehende sowie Blinde und Sehbehinderte die Ausstellung im wahrsten Sinne des Wortes begreifen. Ebenso geben speziell ausgerichtete Führungen und Workshops mit geschultem Personal den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Gelegenheit, über alle Sinne tiefer in die Materie einzusteigen.

Im Papiermuseum können Menschen mit verschiedensten Einschränkungen am kulturellen Leben teilhaben und durch eine Reihe von speziellen Workshops und Führungen mit Wissenschaft und Kunst in Berührung kommen. Das umfangreiche Programm reicht von Führungen durch die Dauerausstellung über die Möglichkeit, Papier zu schöpfen bis hin zu Paper-Art-Workshops. So bietet das Papiermuseum etwa spezielle Programme für Menschen mit Demenz an: von den Führungen als „Anreiz zur Erinnerung“ bis zum sinnlichen Umgang mit dem Werkstoff Papier durch Anfassen und Riechen, der einen positiven Einfluss auf Demenzkranke haben kann. Auch für Menschen mit geistigen und psychischen Einschränkungen öffnet sich durch die kreativen Arbeiten mit dem Werkstoff Papier ein spielerisch-experimentelles und meditatives Erfahrungsfeld. Jeden zweiten Donnerstag im Monat trifft sich von 13 bis 16 Uhr eine kleinere Gruppe im sogenannten Club 125 – Atelier für inklusive Kultur. Mit Blick auf die Ausstellungen arbeiten Menschen mit und ohne Einschränkungen hier gemeinsam (Anmeldung per Mail an j.bruno@dueren.de). Beratungen für kunstpädagogische Fachkräfte und Lehrerinnen und Lehrer runden das Konzept ab.

Barrierefrei in vieler Hinsicht

Allen Besuchern und Besucherinnen einen Zugang zum Werkstoff Papier zu ermöglichen und potenzielle Barrieren zu vermeiden, dieses Ziel ist im Leitbild des Museums fest verankert. Dies gilt auch für die Fortbewegung. Das Museum ist vollkommen barrierefrei befahrbar und verfügt über Rangierflächen und ausreichend mobile Sitzmöglichkeiten.

Weitere Informationen: www.papiermuseum-dueren.de
Spezielle Informationen zur Barrierefreiheit finden Sie hier.

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