14. Mai 2018

„Zukunftsperspektiven“- Verband Deutscher Naturparke fordert Stärkung der Naturparke

Vertreter aus über 50 Naturparken in Deutschland haben vergangene Woche in Berlin auf einem Parlamentarischen Abend des Verbandes Deutscher Naturparke (VDN) mit Abgeordneten des Deutschen Bundestags über die Zukunftsperspektiven der Naturparke in Deutschland diskutiert. An der Veranstaltung in der Vertretung der Bundesländer Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern beim Bund haben 120 Personen teilgenommen, darunter 20 Bundestagsabgeordnete. Anwesend waren auch Vertreter aus dem Naturpark Vulkaneifel.

Die Leistungen und Bedeutung der Naturparke für Naturschutz und Regionalentwicklung in ihren Bundesländern haben Jörg Vogelsänger, Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg, und Dr. Jürgen Buchwald, Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Mecklenburg-Vorpommern, in ihren Grußworten hervorgehoben.

Bei der Veranstaltung präsentierte der VDN Ergebnisse der ersten umfassenden Studie über die Naturparke in Europa. Es gibt insgesamt ca. 900 Regionale Naturparke in 20 Mitgliedstaaten der EU sowie in der Schweiz und Norwegen. Zusammen nehmen sie acht Prozent der Fläche der gesamten Europäischen Union ein. Deutlich wurde in der Studie, dass die Naturparke in Deutschland im Vergleich mit anderen europäischen Staaten keine ausreichende Förderung erhalten, um die möglichen Leistungen für Mensch und Natur in vollem Umfang erbringen zu können.

Die Studie wurde gefördert vom Bundesamt für Naturschutz aus Mitteln des Bundesumweltministeriums. Inka Gnittke, Referatsleiterin Gebietsschutz, Natura 2000 im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, würdigte in ihrem Grußwort die Pionierarbeit, die der VDN in diesem Projekt für die Naturparke auf europäischer Ebene geleistet hat.

„Naturparke sind Modellregionen für eine innovative und nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume“, betonte VDN-Präsident Dr. Michael Arndt. „Durch ihre Arbeit und ihre große Erfahrung sind sie wichtige Partner der Bundesländer und Kommunen und sollten deshalb in zukünftige Programme zur ländlichen Entwicklung stärker einbezogen werden.“

Auch im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung sind Naturparke richtungsweisend und wichtige Partner für Schulen und andere Bildungsinstitutionen. Ihre Leistungen als integrative Schutzgebiete sollten gestärkt werden. Da sie den Erhalt der biologischen Vielfalt mit nachhaltiger regionaler Entwicklung verbinden, können sie das Rückgrat für den Erhalt der vielfältigen Kulturlandschaften in Deutschland bilden.

Der VDN sieht es als wichtig an, dass Naturparke in wichtige Naturschutz- und Schutzgebietskonzepte wie den „Aktionsplan Schutzgebiete“ und Natura 2000 stärker einbezogen werden. Damit die Naturparke ihre möglichen Leistungen für Mensch, Natur und Gesellschaft umsetzen können, benötigen sie nach Einschätzung des VDN bis 2030 Personal im Stundenumfang von mindestens sechs Vollzeitstellen sowie eine Koordinierungsstelle für die Naturparkarbeit in den einzelnen Bundesländern. In Frankreich arbeiten in den regionalen Naturparken im Durchschnitt 35 Personen.

Diese Punkte wurden im Rahmen einer Podiumsdiskussion diskutiert, an der die Bundestagsabgeordneten Artur Auernhammer MdB (CDU/CSU-Fraktion), Carsten Träger MdB (SPD Fraktion) und Stefan Schmidt MdB (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen) teilgenommen haben.

Als Ergebnisse der Studie zu den Naturparken in Europa können das Buch „Living Landscapes“ sowie die Broschüre „Landschaften voller Leben“ mit den Projektergebnissen unter www.naturparke.de/naturparke/europa.html heruntergeladen werden.

Falls Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Beatrix Losem, Tel.: 0176-24875234, E-Mail: losem@naturparke.de oder Ulrich Köster, Geschäftsführer Verband Deutscher Naturparke, Tel.: 01755917470, E-Mail: ulrich.koester@naturparke.de).

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Autor(in)

Klaus Schäfer
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