16. März 2017

Eifel bei Touristen beliebt

Erfreulicher Zuwachs bei Gästeankünften, aber Rückgang bei Übernachtungen – Gästehaus im Kloster Steinfeld beschert der Gemeinde Kall positiven Trend – Fritz Rötting: „Die IHK wird die neue Akademie der Nordeifel-Touristik unterstützen“ – Politischer Appell für den Lückenschluss der A 1

Eifel/Berlin – „Die Eifel als Urlaubsregion erfreute sich im Jahr 2016 großer Beliebtheit“: Dieses Fazit zog der Geschäftsführer der Eifeltourismus GmbH, Klaus Schäfer, jetzt bei der Internationalen Tourismusbörse in Berlin.

IHK-Geschäftsführer Fritz Rötting (rechts) diskutierte in Berlin mit politischen Vertretern aus der Eifel über die Zukunft des Eifeltourismus und den Lückenschluss der Eifelautobahn A 1. Von links: Landrat Wolfgang Spelthahn (Düren), MdB Patrick Schnieder, Landrat Günter Rosenke (Euskirchen) und Thomas Rachel, der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

In den Urlaubsregionen NRW und Rheinland-Pfalz seien im vergangenen Jahr 1.695.470 Gästeankünfte verzeichnet worden. Das bedeute in Plus von 3,6 Prozent. Dagegen sei jedoch die Anzahl der Übernachtungen um 2,33 Prozent auf insgesamt 5.138.281 gesunken.

Klaus Schäfer zeigte sich in Berlin dennoch zufrieden: „Der Tourismus in der Eifel hat sich auf hohem Niveau stabilisiert.“ Man könne nicht jedes Jahr neue Traumquoten erzielen. Die Steigerungen seien in rheinland-pfälzischen Bereich erzielt worden. Dagegen seien im nordrhein-westfälischen Teil der Eifel insgesamt leichte Rückgänge bei den Gästeankünften (-0,74 Prozent) und bei den Übernachtungen (-1,79 Prozent) verzeichnet worden.

Während im Kreis Düren mehr Gäste und Übernachtungen gezählt wurden, mussten die Gastbetriebe im Kreis Euskirchen Verluste sowohl bei den Gästeankünften (-3,33 Prozent), als auch bei den Übernachtungen (-378 Prozent) hinnehmen.  Auch bei den ausländischen Besuchern ist im Kreis Euskirchen ein Rückgang von 3,1 Prozent zu Buche geschlagen.

Fritz Rötting, der für den Tourismus zuständige Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Aachen (IHK), legte in Berlin Zahlen aus dem Bereich des Kammerbezirks vor: In den 470 Übernachtungs- und Beherbergungsbetrieben mit mehr als zehn Betten zwischen Erkelenz und Euskirchen hätten im vergangenen Jahr fast 1,4 Millionen Besucher übernachtet, was einer Steigerung von 2,4 Prozent entspreche.

Tolles neues Gästehaus – Steinfeld stützt Statistik

„Steigende Übernachtungszahlen sind aber keine Selbstläufer“, warnte  Fritz Rötting auf der ITB in einem Interview mit dem Redakteur Reiner Züll. Eine ständige Anpassung des Angebotes und attraktive Übernachtungsmöglichkeiten seien wichtige Voraussetzungen.

Die Entwicklung im Kreis Euskirchen sei unterschiedlich gewesen, so Rötting. Die Rückgänge bei Gästeankünften und Übernachtungen in einigen Kommunen seien unter anderem stark von der Sanierung des Kronenburger See sowie der Schließung einer Weiterbildungsakademie in Euskirchen geprägt gewesen. Zuwächse bei den Übernachtungen fänden hauptsächlich in den Städten der Region statt.

Rückgängig im Eifelbereich sei auch die Zahl der Gastbetriebe, die teilweise daraus resultieren, dass nach Betriebsaufgaben keine Nachfolger gefunden wurden. Auch im Kreis Euskirchen hätten im vergangenen Jahr unter dem Strich weniger Betten (-3,1 Prozent) zur Verfügung gestanden als in den Vorjahren.

Rötting: „Ein Rückgang insgesamt, obwohl das tolle neue Gästehaus im Kloster Steinfeld dazu gekommen ist“. Ungewöhnlich und nicht zu erklären sei der Rückgang der Gästeankünfte und der Übernachtungen in der Gemeinde Dahlem. Rötting: „Das kann nicht allein an der Sanierung des Kronenburger See liegen“.

„In Heimbach wird sich kaum noch etwas bewegen“

Bei minimaler Steigerung kaum verändert haben sich die Tourismuszahlen in der zu Düren gehörenden Stadt Heimbach. Das liege an den großen Zuwächsen der vergangenen Jahre bei der abschnittsweisen Fertigstellung des neuen Feriendorfes. Jetzt sei die Ferienanlage voll belegt. Rötting: „Da wird sich allerdings kaum noch etwas noch oben bewegen“.

Die stärkste Steigerung sowohl bei Gästeankünften (+34,2 Prozent) und den Übernachtungen (+25,4 Prozent) sei in der Gemeinde Kall zu verzeichnen gewesen. Das sei hauptsächlich auf das neue Gästehaus im Kloster Steinfeld zurückzuführen.

Bei der Aufenthaltsdauer der Gäste lägen die Stadt Zülpich mit 6,1 Tagen, die Stadt Heimbach mit 6,6 Tagen und die Gemeinde Nettersheim mit 7,1 Tagen an der Spitze. Die Spitzenposition von Nettersheim resultiere aus den Übernachtungen der Eifelhöhenklinik in Marmagen. Dass Patienten von Kur- und Reha-Kliniken in die Tourismuserhebung aufgenommen werden, sei auch anderswo üblich. Rötting: „Das liegt in der Systematik von Statistiken“.

Wie Fritz Rötting in Berlin erklärte, fußen die in den Statistiken erfassten Gäste- und Übernachtungszahlen auf Meldungen von Beherbergungs-Betrieben mit mehr als zehn Betten. Untersuchungen und Befragungen von Gästen zufolge lägen die Übernachtungszahlen in kleineren Hotels und Pensionen gleichhoch mit den offiziellen Erhebungen.

Für den Kreis Euskirchen sieht der IHK-Geschäftsführer positiv in die Zukunft. Die systematische Entwicklungsarbeit der Nordeifel-Touristik durch die Tourismus-Akademie werde in den nächsten Jahren Früchte tragen. Rötting: „Die IHK wird diese Akademie als Projekt für die Leistungsträger unterstützen“.

In Berlin diskutierte IHK-Geschäftsführer Fritz Rötting auch mit poltischen Vertretern aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz über den Lückenschluss auf der Eifelautobahn A 1. Der Dürener Landrat Wolfgang Spelthahn, der rheinlandpfälzische CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Schnieder, der Euskirchener Landrat Günter Rosenke und der Parlamentarische Staatssekretär der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Thomas Rachel, sprachen sich für den baldigen Weiterbau der Eifelautobahn aus.

Beide Straßenverwaltungen in NRW und Rheinland-Pfalz, so Fritz Rötting, seien bemüht, die Planungen endlich zum Abschluss zu bringen. Jetzt gehe darum, keine Fehler zu machen, weil mit einer Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gerechnet werden müsse.

Alle maßgebenden Parteien seien sich einig, dass der Lückenschluss erfolgen muss. Geld stehe zur Verfügung. Die Frage, ob er den Weiterbau der Autobahn noch erleben werde, beantwortete Fritz Rötting diplomatisch: „Ich will mindestens 90 Jahre alt werden“.

pp/Agentur ProfiPress




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